Ahh – genieße einen ruhigen Moment am Strand oder am Hafen mit deinem Kind
Freizeit mit Kindern bedeutet nicht immer Frieden und Entspannung. Obwohl wir Eltern oft genau das dringend bräuchten, stimmen die Vorstellungen von Kindern und Erwachsenen über eine perfekte Freizeitgestaltung nicht immer überein. Glücklicherweise sind alle Kinder unterschiedlich, und Eltern ebenso. Aber ein friedlicher Moment draußen zusammen mit der Familie ist für die meisten ein echter Genuss.
Falls du Lust auf eine ruhige Aktivität im Freien am Wasser mit deinem Kind hast, egal ob bei Regen oder Sonnenschein, kommt hier ein guter Tipp für eine gemütliche gemeinsame Unternehmung, bei der selbst die hyperaktivsten Kinder tatsächlich stillsitzen – für mindestens 10 Minuten.
Krabbenfischen oder Krabbenfangen könnt ihr im Frühling, Sommer und Herbst ausprobieren, und es macht bei jedem Wetter Spaß. Kinder ab etwa drei Jahren können problemlos mitmachen, solange du gut aufpasst, dass sie nicht ins Wasser fallen oder die Krabben selbst anfassen. Die kleinen Krabben können nämlich ganz schön zwicken, wenn man nicht weiß, wie man sie sicher hält.
Also die Krabben, nicht die Kinder.
Oder vielleicht auch die Kinder.
Lies hier in unserem Guide, wie du Krabben fängst – das ist nämlich ganz einfach und richtig gemütlich.
Du brauchst nur wenig Ausrüstung, und die Krabbenangel kannst du sogar selbst basteln. Alles, was du brauchst, ist ein Stock, eine Wäscheklammer, eine Schnur und irgendetwas Schweres, das die Schnur beschwert. Das könnte zum Beispiel eine Münze, ein Stein mit Loch oder eine dieser Metallscheiben sein, die man oft an Heliumballons findet.
Zum Einstieg zeigen wir dir hier ein kleines Video, das verdeutlicht, wie niedlich Krabben eigentlich sind und wie lustig es ist, sie anschließend freizulassen und dabei zuzusehen, wie sie seitwärts ihren berühmten Krabbengang hinlegen.
Was ist eine Krabbenangel?
Wenn du Krabben fangen möchtest, brauchst du eine Krabbenangel oder einen Krabbenfänger.
Lustigerweise benötigst du weder ein Lasso, ein Rollo noch vier Winterreifen für einen Fiat Punto Baujahr 1991, sondern tatsächlich eine Krabbenangel.
Was sonst?
Hier hast du eine vollständige und kurze Liste:
- Ein Kescher
- Einen Eimer, am besten durchsichtig, damit ihr die Krabben beobachten könnt. Oder etwas anderes, um die Wassertiere genauer anzuschauen.
- Eine Krabbenangel oder einen Krabbenfänger. Die kannst du entweder hier kaufen oder selbst bauen. Ein Krabbenfänger ist ein Stock oder eine Stange, an deren einem Ende du eine Schnur befestigst. Am anderen Ende der Schnur bindest du eine Wäscheklammer fest, mit der ihr den Köder festklemmen könnt. Damit der Köder untergeht und nicht einfach auf der Wasseroberfläche treibt, muss er mit etwas beschwert werden, das nicht schwimmt. Das kann ein Stein mit Loch sein, eine Münze oder ein anderes Stück Metall mit Loch.
- Köder. Krabben lieben Wurst- oder Fleischaufschnitt, und es macht gar nichts, wenn der nicht mehr ganz frisch ist. Eine halbe Scheibe Salami, Hähnchenbrust oder eine Garnele sind für Krabben ein echtes Festessen.


Wie fange ich Krabben mit meinen Kindern?
Strandkrabben an deutschen Stränden oder Häfen zu fangen, ist ganz einfach. In Deutschland gibt es nämlich jede Menge Krabben, und hungrig sind sie eigentlich immer. Befestigt einfach ein Stück Köder an eurer Krabbenangel und senkt sie ins Wasser, am besten dort, wo es Steine, Tang oder andere gute Verstecke gibt. Dann heißt es warten. Besonders spannend ist es, wenn ihr ins Wasser sehen könnt und beobachten könnt, wann eine hungrige Krabbe zuschnappt.
Wenn eine Krabbe angebissen hat, zieht ihr die Angel vorsichtig aus dem Wasser und haltet gleichzeitig den Kescher darunter, sodass die Krabbe ins Netz fällt, wenn sie den Köder loslässt. Danach könnt ihr die Krabbe vom Netz in den Eimer geben. Im Eimer sollte Wasser und idealerweise etwas Sand am Boden sein.
Jetzt könnt ihr die Krabbe ganz genau beobachten.
Wenn ihr euch traut, könnt ihr die Krabbe sogar in die Hand nehmen. Dabei fasst ihr sie vorsichtig mit zwei Fingern wie mit einer Zange an der flachen Stelle des Hinterteils zwischen den hintersten Beinen. Daumen auf den Rücken, Zeigefinger auf den Bauch, so kann sie euch nicht kneifen.
Denkt daran, die Krabbe nach der Beobachtung wieder freizulassen. Sie leidet nicht darunter, kurz gefangen, angeschaut und anschließend wieder ins Meer zurückgesetzt zu werden.


Was kann man mit Krabben machen?
Wenn ihr eine Krabbe gefangen habt, könnt ihr sie gemeinsam beobachten. Für viele ist es ein kleiner Nervenkitzel, sie sich genau anzusehen und die klackernden Geräusche ihrer Beine und Scheren am Rand des Eimers zu hören. Aber es gibt auch noch andere Möglichkeiten:
- Ihr könnt ein Krabbenrennen veranstalten. Fangt mehrere Krabben und nehmt sie vorsichtig mit Daumen und Zeigefinger auf – wie weiter oben im Beitrag beschrieben. Jeder Teilnehmer hält eine Krabbe. Dann stellt ihr euch ca. 5 Meter vom Wasser entfernt auf – am Strand oder auf dem Steg. Dann zählt ihr: „3, 2, 1 – JETZT!“, und lasst eure Krabben los, damit sie zurück ins Wasser krabbeln. Wessen Krabbe als Erste im Wasser ist, hat gewonnen! Vielleicht gibt es als Preis ein Eis?
- Ihr könnt eine Strandkrabbensuppe kochen. Dafür braucht ihr etwa einen Kinder-Eimer voll mit Strandkrabben – gefangen in sauberem, nicht verschmutztem Wasser. Die wohl schonendste Art, Krabben nach dem Fang auf die Weiterverarbeitung vorzubereiten, ist die Kältemethode. Dabei kommen die Tiere für etwa 30 bis 60 Minuten in Eiswasser oder in den Kühlschrank. Die Kälte versetzt sie in eine natürliche Starre – ganz ohne Stress oder Schmerzen. So kann man sicherstellen, dass die Krabben tierschutzgerecht und verantwortungsvoll behandelt werden. Krabben sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen – auch wenn sie sich hauptsächlich von toten Tieren ernähren und deshalb als „Müllmänner des Meeres“ gelten. Ein Rezept findet ihr hier.
- Ihr könnt das Krabbenbeobachten als Einstieg nutzen, um über Skelette zu sprechen. Besonders über Exoskelette. Denn Krabben und andere Krebstiere haben ihr Skelett außen, nicht innen wie wir. Sie sind innen ganz weich. Wenn sie wachsen, werfen sie ihr altes Exoskelett ab – und man findet oft leere Krabbenschalen am Strand. Zuerst ist ihr Körper noch ganz weich, aber nach kurzer Zeit bildet sich ein neues, schützendes Exoskelett. Vielleicht habt ihr ein Kind, das Science-Fiction liebt oder gerne Computerspiele spielt – dann kennt es Exoskelette bestimmt schon.
- Ihr könnt auch herausfinden, ob ihr einen Herrn Krabbe oder eine Frau Krabbe gefangen habt. Haltet die Krabbe mit Daumen und Zeigefinger fest und dreht sie vorsichtig um, sodass ihr ihren Bauch sehen könnt. Schaut euch das Dreieck auf dem Bauch an: Ist es spitz, ist es ein Männchen. Ist es rundlicher, habt ihr ein Weibchen.
Wann kann man in Deutschland Krabben fangen?
Krabben gibt es das ganze Jahr über in den deutschen Gewässern. Am meisten Spaß macht das Krabbenfischen jedoch bei freundlichem Wetter. Wenn das Wasser kalt ist, verstecken sich die Krabben – und wahrscheinlich sitzt man dann selbst auch lieber drinnen bei einer Tasse Tee. Die besten Jahreszeiten fürs Krabbenfischen sind daher Sommer und Herbst, wenn die Krabben groß und hungrig sind und ihr das milde Wetter genießen könnt.
Ist es erlaubt, Krabben zu fangen – oder braucht man dafür einen Angelschein?
In Deutschland ist das Krabbenfangen mit einfachen Mitteln wie Schnur, Wäscheklammer, Köder und Eimer für Kinder und Familien an Stränden und Häfen erlaubt – und es ist kein Angelschein erforderlich, solange es sich um reines Freizeitvergnügen handelt und ihr die Krabben nicht verkauft oder in großem Stil sammelt.
Wenn du allerdings professionell oder in größerem Umfang fangen möchtest, gelten andere Regeln, und dann kann ein Fischereischein oder eine Genehmigung notwendig sein.


Wo kann man Krabben fangen?
Man kann Krabben zwar nicht gerade in einer Pfütze fangen – na ja, fast nicht – aber es fehlt nicht viel. Denn es gibt wirklich viele von ihnen.
Wenn ihr in der Nähe des Meeres seid, dann könnt ihr zum Beispiel hier Krabben fangen:
- Am Strand, besonders dort, wo viele Steine im Wasser liegen.
- An Buhnen. (Was ist das? fragen sich sicher viele von uns Landratten-Eltern.) Eine Buhne ist ein großer Haufen aus schweren Steinen, der ins Meer hinaus gebaut wird, meist in Strandnähe. Zwischen diesen Steinen wohnen viele Krabben.
- An Badebrücken.
- An Bootsstegen.
- Vom Rand eines Bootes aus, wenn eure Krabbenangel bis zum Boden reicht und es dort Versteckmöglichkeiten für die Krabben gibt.
Ist es gefährlich, Krabben zu fangen?
Strandkrabben sind in Deutschland nicht gefährlich. Sie werden nicht besonders groß – selbst die größten sind kleiner als deine Handfläche. Trotzdem möchten wir dir ein paar Sicherheitstipps mit auf den Weg geben:
-
Achte darauf, dass dein Kind vor lauter Begeisterung nicht ins Wasser fällt. Wenn ihr von einer Badebrücke oder von Buhnen aus angelt, kann es dort sehr rutschig sein.
-
Gib deinem Kind zur Sicherheit eine Schwimmweste – vor allem, wenn ihr an tieferen oder ungeschützten Stellen fischt.
-
Pass auf die Scheren der Krabben auf. Sie können in kleine und große Finger zwicken.
-
Macht bitte keine Krabbensuppe aus Tieren, die aus möglicherweise verschmutztem Wasser stammen. Frag im Zweifel bei Rettungsschwimmern, dem Hafenamt oder anderen zuständigen Stellen nach.
Viel Spaß beim Krabbenfischen!














