Hilf deinem Kind, die Angst vor Spinnen loszuwerden

Kind hat Angst vor Spinnen
2. September 2025

Hat dein Kind Angst vor Spinnen?

Sie sitzen überall. In den Ecken im Badezimmer, in Ritzen, mitten an der Wand und (IIIIIIHHHH!) auf dem Kopfkissen!

Sie haben lange, eklige Beine, viel zu viele Augen und sind b+ose

Sie können so groß wie ein Mars-Riegel werden. Echt jetzt!

Allein in Deutschland gibt es etwa 1000 verschiedene Spinnenarten.

Das bedeutet, dass du nie weiter als 2 Meter von einer Spinne entfernt bist. Ob du sie nun siehst oder nicht, eines dieser langbeinigen Monster ist immer in deiner Nähe.

So jedenfalls könnte dein Kind es erleben.

Lies hier mehr und erfahre, wie dein Kind leichter durch die Spinnensaison kommt – und am Ende vielleicht sogar von diesen beeindruckenden „Krabblern“ (wie sie genannt werden) fasziniert ist.

Was mache ich, wenn mein Kind Angst vor Spinnen hat?

Es geht darum, dein Kind daran zu gewöhne­n, die Paniksignale des Gehirns zu ignorieren. Die Angst vor Spinnen wird von der Amygdala gesteuert – einem Zentrum im Gehirn.

Die Amygdala glaubt irrtümlicherweise, dass Spinnen gefährlich sind. Dafür gibt es zwei Gründe:

  • Dein Kind hat gesehen, wie andere Menschen Angst vor Spinnen hatten, und hat gelernt, dass dies die richtige Reaktion ist.
  • In unserem Gehirn ist es fest verankert, dass Krabbeltiere gefährlich sind, weil sie vor langer Zeit tatsächlich eine Gefahr für Menschen darstellten.

Geh geduldig an die Gewöhnung ans Thema Spinnen heran. Es dauert seine Zeit, bis man lernt, Paniksignale zu ignorieren – aber jeder Mensch kann seine Angst vor Spinnen überwinden.

  1. Entferne das Problem ruhig und gelassen. Verwende unseren Spinnenfänger und habe ruhig mehrere Stück davon griffbereit, damit dein Kind jederzeit einen erreichen kann und nicht zitternd vor Angst oder Ekel warten muss, während du panisch zuerst den Spinnenfänger und dann die Spinne jagst. Alternativ kannst du auch den Staubsauger benutzen. Keine Sorge: Die Spinne kann nicht zurück aus dem Staubsaugerrohr krabbeln.
  2. Informiere dich genauer über das Tier – oder „den Krabbler“, wie es genannt wird. Erfahre beispielsweise, dass die meisten Spinnen gar nicht besonders weit sehen können und dich daher auch nicht beobachten, während du auf dem Klo sitzt und sie über dem Badezimmerspiegel herumhängt.
  3. Wenn du die Spinne gefangen hast, ist es Zeit zu beobachten. Vielleicht nicht sofort, aber nach und nach. Setze die Spinne in eine schöne Beobachtungsbox, in der ihr wochenlang sehen könnt, wie sie lebt. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sie ihr Netz spinnt und tatsächlich ins Terrarium einzieht. Der erste Schritt zur Überwindung der Angst ist, sich zu trauen, die Spinne anzusehen und sicher zu sein, dass sie in ihrer Box bleibt.
  4. Spiel mit ihnen – zum Beispiel mit diesem Rohr voller Plastik-Insekten aus aller Welt. Oder lass Spinnen auf andere Weise Teil des Spiels und Lernens deines Kindes werden – mit dieser tollen Sammlung an Spielzeug und Lernmaterialien rund um das Thema Spinnen.
  5. Lass dein Kind selbst versuchen, eine Spinne zu fangen und in dieses tolle Insektenglas zu setzen, in dem ihr die Spinne auch von unten betrachten könnt. Jetzt seid ihr gaaaanz nah dran, und es ist schon eine enorme Leistung, wenn dein Kind nach ein oder zwei Wochen so weit gekommen ist. Vielleicht dauert es noch länger, aber bleib geduldig.
  6. Vielleicht traut sich dein Kind irgendwann, mehrere Spinnen zu fangen und in diesem tollen Insektenhotel gemeinsam mit Kellerasseln, einer Wespe und einer Mücke, die ihr ebenfalls gefangen habt, einziehen zu lassen. Redet über die Unterschiede zwischen den Tieren. Wer frisst wen? Welchen Nutzen haben sie? Was wäre, wenn wir sie nicht hätten?
  7. Lobe, lobe, lobe dein Kind für jeden Versuch, die Panik zu überwinden. Denk dabei daran, dein Kind vor allem für die Bemühungen und das Versuchen zu loben, nicht nur für das erfolgreiche Ergebnis.

Wusstest du, dass die Spinne eigentlich viel besser ist als ihr gruseliger Ruf?

  • Spinnen in Deutschland sind für Menschen nicht gefährlich.
  • Zusammen fressen sie jedes Jahr 2½ Millionen Tonnen Insekten, die sonst in unseren Alltag eindringen würden.
  • Die Große Winkelspinne, die bei uns zu Hause am größten wird, ist die einzige, die überhaupt beißen könnte. Ihr Biss tut jedoch weniger weh als ein Mückenstich, und es passiert äußerst selten, dass Menschen von Spinnen gebissen werden – nämlich nur, wenn man sie in die Hand nimmt oder quetscht. Und so nah will den meisten sowieso keiner kommen.

Warum gibt es gerade jetzt so viele Spinnen?

Momentan ist Hochsaison für eines der unbeliebtesten Krabbeltiere Deutschlands: die eigentlich völlig harmlose Spinne.

Laut Chef-Naturfreak Morten D.D. Hansen (der offizielle Museumsinspektor am Naturhistorischen Museum in Dänemark), gibt es mehrere Gründe dafür, warum Kinder mit Spinnenangst momentan täglich mehrfach mit ihrer Angst konfrontiert werden:

  • Das kühlere Wetter sorgt dafür, dass Spinnen ins Haus kommen. Unsere warmen Wohnungen stehen in der milden Jahreszeit oft noch sperrangelweit offen – und genau das lieben die Spinnen.
  • Spinnen mögen es gern warm, genau wie wir Menschen. Und häufig genießen sie die Wärme genau dort, wo wir es uns ebenfalls gemütlich machen.
  • Im Herbst sind die Spinnenbabys längst geschlüpft und jetzt auf der Suche nach einem gemütlichen Ort, an dem sie den Winter verbringen können.
  • Die männlichen Spinnen sind momentan aktiv auf Partnersuche nach attraktiven, langbeinigen Spinnenweibchen.

Willst du mehr über Spinnen erfahren?

Her er vores kilder:

  • https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/psychologie/warum-haben-menschen-angst-vor-spinnen/
  • https://www.zdf.de/nachrichten/ratgeber/gesundheit/spinnen-angst-phobie-therapie-vr-100.html
  • https://www.ukw.de/psychiatrie/aktuelle-meldungen/detail/news/kann-die-angst-vor-spinnen-aus-dem-gedaechtnis-entfernt-werden-3/